Der Lkw-Fahrer der Zukunft

Lkw-Fahrermangel beschäftigt Spediteure ebenso wie viele Wirtschaftsunternehmen. Denn jährlich scheiden in Deutschland etwa 67.000 Fahrer aus, während nur etwa 27.000 neu dazukommen. Die Gründe für diesen Trend liegen nicht allein in den Arbeitsbedingungen. Vielmehr sind es die Bedrohungsszenarien, welche sich aus den heute bereits sichtbaren technologischen Fortschritten zum autonomen Fahren ergeben. Szenarien, in welchen elektrobetriebene Lkw selbstständig über Autobahnen navigieren und in denen der Trucker von heute überflüssig werden könnte. Dabei lohnt sich ein Perspektivwechsel. Denn in der vermeintlichen Bedrohung stecken zahlreiche Chancen einer Berufsgattung, die einfach nur mit der Zeit gehen muss.

 

Der Fahrer von heute wird zum Manager von morgen

Die Einführung selbstfahrender Autos oder Lkw wird sich nicht von heute auf morgen vollziehen. Stattdessen wird sie mehr oder weniger schnell verschiedene Stufen vom heute schon üblichen assistierten oder teilautomatisierten Fahren über das  hoch- oder vollautomatisierte Fahren bis hin zum vollkommen autonomen Fahren durchlaufen. Mit der Einführung eines 5G-Netzes werden zwar die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen sein, um Lkw zunächst automatisiert und irgendwann völlig autonom über Autobahnen fahren zu lassen. Doch gibt es auch dann eine ganze Reihe an Tätigkeiten, für die es weiterhin eines Lkw-Fahrers bedarf. Oder genauer gesagt: eines Truck- und Transportmanagers – so könnte die neue Berufsbezeichnung lauten. Dieser „TT-Manager“ bedient dann einerseits die Bordcomputer und ist für Kontrolle und Sicherheit zuständig. Andererseits wird er trotz aller autonomen Fahrerei weiterhin „anpacken“ müssen, nämlich immer dann, wenn es um das Verladen, das Absichern der Fracht oder um die Wartung des Fahrzeugs geht. Und im Zweifelsfall wird er in den engen Straßen großer Städte immer noch als Fahrer gebraucht.

 

Neue Lösungen – neue Kompetenzen

 

Die Vielzahl und die Neuartigkeit der Aufgaben eines solchen Truck- oder Transportmanagers werden zunehmend andere Kompetenzen verlangen. Neben dem Verständnis für elektrische Antriebe wird der „TT-Manager“ auch über ein Grundwissen in Informationstechnologien verfügen müssen. Moderne Software wird den TT-Manager viel tiefer in den Informations-, Kommunikations- und Organisationsprozess entlang der gesamten logistischen Wertschöpfungskette einbinden. Gerade wenn auch die Be- und Entladeprozesse an den Rampen vollständig digitalisiert sind. Der Verantwortungsbereich des TT-Managers wird sich viel mehr auf kontrollierende und überwachende Funktionen erstrecken und sein Arbeitsgerät wird sich dem der Kollegen mit Arbeitsplätzen in der Flottenmanagementzentrale angleichen. Nur dass sein Büro eben leise über die Autobahnen rauschen wird. Es ist ein wenig wie mit den Pferdekutschern, als die ersten Lastwagen mit Verbrennungsmotoren auftauchten. Anstatt zu wissen, wie man Pferde einspannt und eine Deichsel fettet, mussten die ersten Brummifahrer lernen, wie man Zwischengas gibt und einen Keilriemen austauscht. Ihre grundlegende Aufgabe blieb indes die gleiche – nämlich Güter von A nach B zu bewegen.

 

Eine erste Vorstellung vom veränderten Aufgabenbereich eines „TT-Managers“ gewinnt man, wenn man sich vergegenwärtigt, wie Autobahntransporte künftig funktionieren könnten. So arbeitet Continental gemeinsam mit der Knorr-Bremse AG an dem Konzeptansatz „HighwayPilot“ sowie an einer Lösung für automatisiertes Kolonnenfahren -  neudeutsch: Platooning. Platooning bedeutet, dass sich Lkw zu Kolonnen finden, die dann vollautomatisch vom jeweils vorausfahrenden Fahrzeug koordiniert werden. Der HighwayPilot wird den Lkw befähigen, sich mit anderen Fahrzeugen zu einem solchen Platoon zusammenzuschließen. Ein Konzept, was auch absehbar auf eine menschliche Aufsicht setzen wird.

 

Lkw-Fahrer schon heute fortbilden

Die Zukunft der Branche liegt also nicht allein in der digitalen Vernetzung des Lkw mit dem gesamten Ökosystem Warentransport, sondern auch in der erfolgreichen Integration des Faktors Mensch. Um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können, sind Speditionsunternehmen gut beraten, ihr Fahrpersonal wie auch potenzielle Neueinsteiger in den grundlegenden Technologien modernen Flottenmanagements aus- bzw. fortzubilden. Eine dafür besonders geeignete Plattform ist die VDO Academy. Sie bietet heute schon zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen beispielsweise im Umgang mit den neuesten digitalen Fahrtenschreibern und modernen Kommunikationslösungen. Das Lehrangebot wird sich mit der fortschreitenden Entwicklung der Technologie zum autonomen Lastverkehr und den Bedürfnissen der Speditionsunternehmen weiterentwickeln. Durch die Nähe von VDO zum Continental-Konzern dürfte auch künftig sichergestellt sein, dass die aktuellsten technologischen Entwicklungen rechtzeitig antizipiert und in Form von Fortbildungsangeboten zur Verfügung gestellt werden. Schließlich zählt Continental zu den Pionieren im Bereich autonomes Fahren. 

 

Auch wenn die romantische Vorstellung des „Truckers“ seit Langem der Vergangenheit angehört und sicher nicht mehr zurückkehren wird, ist die Zukunft des Lkw-Fahrers doch gewiss. Er wird auch weiterhin ein unabdingbarer Bestandteil der künftigen Logistikbranche sein – das zeigt auch die richtungsweisende Entwicklungsarbeit von Contintental. Je tatkräftiger Speditionsunternehmen also auf das veränderte Berufsbild von morgen reagieren, indem sie attraktive Perspektiven bieten, desto erfolgreicher werden sie den benötigten Nachwuchs schon heute rekrutieren können.