Mit dem Mobilitätspaket 1 gehen auch neue Routinen einher, die ihren Weg in den Alltag des Fahrpersonals finden müssen. Dazu wird ab dem 02.02.2022 auch ein neuer Zwangsstopp nach Grenzübertritt gehören. Mit dem Komfort-Upgrade DTCO 4.0e dürfte dieser allerdings besonders kurz ausfallen.

 

Die Sache mit den Länderkürzeln.

 

Fahrerinnen und Fahrer sind gemäß Artikel 34 Absatz 7 VO (EU) Nr. 165/2014 verpflichtet, im digitalen Fahrtenschreiber das Symbol des Landes einzugeben, in dem sie ihre tägliche Arbeitszeit beginnen bzw. beenden. Eine Routine, die sich nicht der allergrößten Beliebtheit erfreut und zudem gerne übersehen wird. Von den neuen EU-Regelungen zum Mobilitätspaket wird nun auch dieser Vorgang betroffen sein. Denn sie schreiben vor, dass Fahrerinnen und Fahrer das Landessymbol eines Landes nunmehr bereits dann in den Fahrtenschreiber eingeben müssen, sobald sie dessen Grenze übertreten haben.

 

Eingabe zu Beginn des ersten Halts.

 

Die Vorschrift tritt ab dem 2. Februar 2022 in Kraft. Wie das in der Praxis genau aussehen soll, wird sich noch zeigen. Die Norm schreibt vor, dass die Eingabe des Länderkürzels nach Überqueren der Grenze zu einem Mitgliedstaat zu erfolgen hat, und zwar zu Beginn des ersten Halts in diesem Mitgliedstaat. Dieser erste Halt ist noch sehr vage definiert. So besagt die Vorschrift, dass er auf dem nächstmöglichen Halteplatz an oder nach der Grenze zu erfolgen hat. Nur wer auf einem Fährschiff oder der Eisenbahn unterwegs ist, muss das Symbol des Landes erst im Ankunftshafen oder -bahnhof eingeben. In jedem Fall aber dürfte die Regelung zur Folge haben, dass Nutzfahrzeuge im internationalen Verkehr nach Grenzübertritt eine kurze Zwangspause einlegen werden müssen. Schließlich darf die Eingabe der Länderkennung nur im stehenden Fahrzeug vorgenommen werden. Die Vorfreude des ehedem schon gebeutelten Fahrpersonals auf diese Routine lässt sich bereits erahnen. Denn mitunter ist die Ländereingabe auch zeitraubend. So zum Beispiel in Spanien, wo zusätzlich zur Kennung „E“ für Spanien auch noch die jeweiligen Regionen eingetragen werden müssen.

 

Schneller wieder auf der Straße.

 

Wer allerdings schon das Komfort-Upgrade DTC0 4.0e nutzt, dürfte es etwas einfacher haben. Dank einer integrierten Landkarte für die Länder- und Regionen-Erkennung erscheint das betreffende Land per Default im Display zur Auswahl und kann direkt angewählt werden. Das zeitaufwändige Scrollen durch die bis zu 29 Länderkürzel bis zur passenden Kennung entfällt damit. Übrigens: Da für das Komfort-Update 4.0e keine neue Hardware erforderlich ist, kann die neue Version beim nächsten Werkstatttermin ohne größeren Aufwand aufgespielt werden. Eine kleine Investition, die das Leben der Fahrerinnen und Fahrer nicht nur bei dieser Routine spürbar leichter machen kann.

 

Übrigens: Die lästige Routine des neuen „Boxenstopps“ entfällt jedoch spätestens dann wieder, wenn der neue DTCO 4.1 eingeführt wird. Das Gerät wird nämlich in der Lage sein, den Fahrzeugstandort an bestimmten Zeit- und Ortspunkten und somit auch den Grenzübertritt während der täglichen Arbeitszeit zu erkennen, zu speichern und gleichzeitig den hohen Anforderungen an die Sicherheits- und Verschlüsselungstechnik zu genügen. Eine manuelle Eingabe beim Grenzübertritt ist dann nicht mehr nötig.